Highlights
Zur Geschichte des Hauses
Die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau hat ihren Sitz in der ehemaligen Künstlerresidenz Franz von Lenbachs (1836–1904).
Der erfolgreiche Porträtmaler ließ sich in den Jahren 1887–1890 nach Plänen des damaligen Münchner Stararchitekten Gabriel von Seidl ein repräsentatives Ateliergebäude und eine Villa im toskanischen Stil errichten.
1957 machte die einzigartige Schenkung Gabriele Münters die Städtische Galerie zu einem Museum von Weltrang: Das herausragende Geschenk der Künstlerin anlässlich ihres 80. Geburtstags umfasste zahlreiche Werke Wassily Kandinskys bis 1914 und von Münter selbst sowie Arbeiten von Künstlerkollegen aus dem erweiterten Kreis des Blauen Reiter. Es folgten weitere bedeutende Ankäufe sowie Schenkungen. Damit wurde das Lenbachhaus zum zentralen Ort der Erforschung und Vermittlung der Kunst des Blauen Reiters.
Von 2009 bis 2013 wurde das Museum generalsaniert, ein inzwischen inadäquater Bauteil aus den 1970er Jahren von Heinrich Volbehr und Rudolf Thönessen abgerissen und an seiner Stelle ein Neubau errichtet, um den Anforderungen an ein zeitgemäßes Museum gerecht zu werden.
Was zu verschwinden droht, wird Bild. Mensch – Natur – Kunst
In der Kunst findet sich das Thema Vergänglichkeit oft sinnbildlich umgesetzt, als Memento Mori oder melancholische Meditation über das Verschwinden von Dingen. In Zeiten des Klimawandels ist das Bewusstsein dafür, dass sich unsere gesamte Umwelt rasant verändert, allgegenwärtig geworden. Deshalb betrachten wir insbesondere Werke der Landschaftskunst heute mit anderen Augen. Sie zeigen eine Natur, die immer schon von Menschen beeinflusst war. Eine Landschaft ist nicht mehr nur ein schöner Anblick, sondern ein bedrohtes Ökosystem.
Die Ausstellung ist um derartige Augenblicke des Erkennens gebaut. Sie zeigt bekannte wie auch selten oder bisher noch nie gezeigte Werke des 19. und 20. Jahrhunderts.
Ab 4. März 2026 bis Frühjahr 2027
Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik
Die Künstlerin Käte Hoch zeigt ihren Freund Erich Müller-Kamp telefonierend am Schreibtisch. Ein Ferngespräch, so rät Kurt Tucholsky, soll möglichst deutlich und dialektfrei geführt werden, sonst können die Überwachungsbeamten dem Dialog nicht folgen.
Irmgard Keuns „Kunstseidenes Mädchen“ träumt von schmalen Silhouetten und Schuhen mit Eidechsenkappen. Ré Soupault entwickelt ein Transformationskleid, das im Büro direkt für den Abend umgewandelt werden kann. Im Variété werden Geschlechterrollen durchlässig, Monokel senden Signale. Bordelle bilden einen etablierten Rahmen für Sexarbeit.
Die Ausstellung konzentriert sich auf konkrete Geschichten und greifbare Details, statt großen Thesen zur Weimarer Zeit zu formulieren. Zu den verschütteten Möglichkeiten der Weimarer Republik soll so ein Kontakt hergestellt werden – ein Ferngespräch.
12. Mai bis 27. September 2026
Quelle: lenbachhaus.de