1976 war ein Jahr der Superlative für Altenburg. Die Stadt beging ihre 1.000-Jahrfeier mit einem Fest, das kein kulturelles Ereignis ausließ. Der Bildreporter Gerhard Grauert hielt diese Tage fotografisch fest – hunderte Aufnahmen in hochauflösender Schwarzweißqualität, die heute aus dem Stadtarchiv für eine Fotoschau ausgewählt wurden. Sie zeigen die ganze Vielfalt: das Festprogramm mit namhaften Künstler:innen der DDR-Kulturszene, den Festumzug, die geschmückte Stadt, die Altenburger und ihre Gäste – und auch die gastronomische Kultur jener Zeit.
Besonders bemerkenswert ist der historische Zeugniswert einiger Aufnahmen. Die Fotos zeigen freigeistige Besuchende, die damals als „Gammler" bezeichnet wurden – ein Phänomen, das politische Debatten in der DDR auslöste und die fotografische Dokumentation umso interessanter macht. Gleichzeitig dokumentieren die Bilder den baulichen Zustand Altenburgs, die Straßen und Plätze, die geschädigte historische Bausubstanz: Eine Stadt im Umbruch.
Ergänzt wird die Schau durch Auszüge aus dem Festprogramm, Festreden, Zeitungsberichte und originale Objekte aus jener Zeit. So ergibt sich ein dichtes Bild einer historischen Großveranstaltung. Darüber hinaus lädt der Teehaus Altenburg Förderverein e.V. im Rahmen seines Formats „Altenburg im Film" zu Filmvorführungen ein. Gezeigt werden „Geburtstagsfeier einer Stadt" sowie „Ferientage", ein Film von 1963 über eine Reise Altenburger Kinder zur DDR-Festveranstaltung nach Berlin.