Mit einem konsequenten Stadtumbau, der überschüssigen Wohnraum abbaut und gleichzeitig Lebensqualität schafft, hat Leinefelde-Worbis nach der Wende bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Die Landesgartenschau 2026 ist die logische Fortsetzung dieses Weges: Wo bis 2022 rund 850 Garagen eine bauliche Barriere zwischen der Südstadt und dem angrenzenden Landschaftsraum bildeten, entsteht ein zusammenhängendes Landschaftsband aus Augarten, Gartenstadt, Lunapark und Tüffers Garten.
Das Herzstück ist der rund 10 Hektar große Augarten im Süden der Stadt. Ein drei Kilometer langes Wegenetz erschließt das Areal und verbindet Schaubeete, Mustergärten und einen renaturierten Auenbereich entlang des Flüsschens Ohne. Bei den Bauarbeiten stießen Archäologen auf die Wüstung Kirrode, Spuren einer mittelalterlichen Siedlung, die vor rund 900 Jahren entstand. Hausgrundrisse und Alltagsfunde sind heute Teil eines archäologischen Erlebnisraums im Augarten. Ein Grünes Klassenzimmer bietet Schulklassen und Jugendgruppen naturnahe Bildungsangebote direkt vor Ort.
Die benachbarte Gartenstadt zeigt auf fünf Hektar, wie zukunftsfähiges Wohnen aussehen kann: Acht Themengärten von Fachbetrieben aus dem Garten- und Landschaftsbau sowie Beiträge von Baumschulen und Friedhofsgärtner:innen veranschaulichen nachhaltige Stadtgestaltung. Bepflanzungen, Grünzüge und Versickerungsmodule bleiben nach der Gartenschau dauerhaft bestehen und prägen das künftige Wohngebiet.
Der Lunapark, seit 1929 Teil der Stadtgeschichte, wurde umfassend aufgewertet: Ein Rundweg mit integrierten Sportgeräten, ein Waldspielplatz sowie Bienen- und Insektenhotels ergänzen die historische Parkanlage. In Tüffers Garten entstand ein neues Gebäude mit Café und Vereinsräumen, das auch nach der Landesgartenschau als kultureller Treffpunkt dienen wird. Das Wiesentheater bietet Raum für Konzerte, Lesungen und Kulturprogramme im Freien.