Die Reise durch Burg beginnt am Bahnhof, wo der Goethepark als grüne Achse in die Stadt führt. Der denkmalgeschützte Park wurde 1913 vom Architekten Hans Schmidt entworfen und zur Landesgartenschau 2018 erweitert. Historische Platanenbäume, Ehrenanlagen und das Panzerdenkmal markieren den Weg – ein sanfter Einstieg in die Burger Geschichte.
Vom Goethepark führt die Wanderung entlang der Straße "Unterm Hagen" mit ihren schönen Hausfassaden hinauf zum Weinberg. Dieser Park, hoch über der Stadt an der Stadtmauer gelegen, wurde ebenfalls zur Landesgartenschau neugestaltet. 350 Weinreben, Obstbäume und Staudenbeete mit Kräutern prägen das Bild. Auf der Oberseite thront der Wasserturm von 1902 – das Wahrzeichen Burgs und ein stimmungsvolles Ziel für eine Winterpause mit Aussicht über die Elbniederungen.
Die Stadttürme sind das Herzstück von Burgs mittelalterlichem Erbe. Der Berliner Torturm aus dem 14. Jahrhundert ist der Wehr- und Wachturm der Stadt und bietet von seiner Aussichtsplattform ein Panorama über Burg. Der Hexenturm erzählt von dunkleren Zeiten – sein Name stammt aus der Hexenverfolgung, später diente er als Kriminalgefängnis. Unweit davon führt die berühmte "Katzentreppe" zwischen den Häusern hindurch. Der Kuhturm, erstmals 1538 erwähnt, verdankt seinen Namen den Bauern, die von hier aus ihr Vieh auf die Weiden trieben. Heute dient er als Ausstellungsraum und Teil des Altstadtbildes.
2 Kirchen gehören zur Straße der Romanik und prägen das Stadtbild: Die 3-schiffige Hallenkirche "Unser Lieben Frauen" wurde 1186 erstmalig erwähnt und ist ein lebendiger Ort der Begegnung. Hoch über der Unterstadt thront sie als "Oberkirche". Die St. Nicolai-Kirche gilt als die größte romanische Granitbasilika östlich der Elbe und ist ein kreuzförmiger Pfeilerbau und Meisterwerk der Feldsteinkunst. Einen Besuch lohnt sich auch die St. Petri-Kirche, ältester Sakralbau der Stadt und hugenottisches Erbe seit 1691. Zwischen Weinberg und Flickschupark liegen die idyllischen Ihlegärten – ein ruhiges Gartenband inmitten der Altstadt.
Ein Abstecher zur Carl-von-Clausewitz-Erinnerungsstätte sollten Besuchende ebenfalls machen: Sie ist jeden zweiten und vierten Samstag zwischen 10 und 12 Uhr geöffnet. Das Hugenottenkabinett, unweit des Weinbergs gelegen, öffnet mittwochs von 16 bis 17 Uhr. Die Parks und Gärten Burgs sind mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2019 und dem Bundespreis Stadtgrün 2020.